TOP Ö 2: Sanierung der Mittelschule; Entscheidung über Heizzentrale und Wärmedämmung auf Grund neuer Erkenntnisse

Beschluss: Abstimmungsergebnis:

Abstimmung: Ja: 10, Nein: 0

Sachverhalt:

Der Gemeinderat der Gemeinde Niedernberg hat in seiner Sitzung vom 23.02.2016 eine Grundsatzentscheidung über den Sanierungsumfang des Mittelschulgebäudes getroffen. Die Gesamtkosten der mit diesem Beschluss gefassten Arbeiten belaufen sich nach damaliger Kostenschätzung des Architekten auf ca. 840.000 € inkl. Nebenkosten.

 

In seiner Sitzung vom 10.10.2017 wurde der Bau- und Umweltausschuss darüber informiert, dass nach Rücksprache mit der Regierung von Unterfranken eine maximale Investition von ca. 1.500.000 € förderfähig sei.

 

Der Bau- und Umweltausschuss hat daraufhin, auf Empfehlung der Verwaltung, ein erweitertes Sanierungspaket mit Vollwärmeschutz, neuen Jalousien und Erneuerung der Heizzentrale beschlossen. Außerdem soll, auf Empfehlung des Behindertenbeauftragten eine behindertengerechte Toilette eingebaut werden.

 

Nach weiteren Gesprächen bei der Regierung stellte sich heraus, dass die Heizzentrale nur förderfähig ist, wenn wir die Vorgaben des EEWärmeG erfüllen. Dafür müssten wir eine Kombination aus Wärmepumpe und Gas-Brennwertkessel einbauen.

 

Da die Vorlauftemperaturen der verschiedenen Gebäude, die an der Heizzentrale der Mittelschule angeschlossen sind, sehr unterschiedlich sind, scheidet eine Wärmepumpe als Energielieferant für das Feuerwehrhaus und die Sandsteinschule aus.

 

Der Heizungsfachplaner hat im Vergleich zur bestehenden Heizzentrale zwei Alternativen berechnet und ermittelt, welche Energieeinsparung beim Aufbringen des Vollwärmeschutzes auf die Fassade der Mittelschule zu erwarten ist.

 

Der derzeitige Energieverbrauch für das Heizen der Mittelschule, der Sandsteinschule und des Feuerwehrhauses beläuft sich auf ca. 20.000 € jährlich.

 

Variante 1 (alte Heizkessel bleiben)

Wenn die bestehenden Heizkessel bleiben, die Mittelschule aber einen Vollwärmeschutz erhält werden die zukünftigen Heizkosten auf ca. 18.000 € geschätzt. Dies entspricht einer Einsparung von ca. 2.000 €/Jahr. Die Kosten für den Vollwärmeschutz mit Außenputz belaufen sich nach Schätzung auf ca. 170.000 €. Der Vollwärmeschutz würde sich, wirtschaftlich betrachtet, demnach erst nach ca. 80 Jahren rechnen. Außerdem müssen beim Aufbringen des Vollwärmeschutzes auch die Jalousien ausgetauscht werden, da die bestehenden dann nicht mehr passen würden.

 

Variante 2 (zwei neue Gas-Brennwertkessel)

Die bestehenden beiden 100KW-Kessel werden durch zwei neue 80KW-Gas-Brennwertkessel ersetzt. Die Investitionskosten belaufen sich auf ca. 63.000 €. Die Einsparung im Vergleich zur bestehenden Anlage beträgt ca. 2.500 €/Jahr. Da bei dieser Variante das EEWärmeG nicht eingehalten wird, werden hierfür keine Fördermittel zur Verfügung gestellt. Die neuen Brennwertkessel sind bereits auf den geringeren Bedarf der Mittelschule durch Vollwärmeschutz ausgelegt.

 

Variante 3 (zwei getrennte Heizsysteme)

Für das Feuerwehrhaus und die Sandsteinschule wird ein neuer 120KW Gas-Brennwertkessel eingebaut. Die Kosten belaufen sich auf ca. 39.000 €. Für die Mittelschule wird eine Kombination aus Gas-Brennwertkessel und Wärmepumpe eingebaut. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 41.700 €. Die Heizung der Mittelschule ist förderfähig und wird mit ca. 15.800 € bezuschusst. Für die Gemeinde bleiben bei dieser Variante noch Kosten von ca. 64.900 €. Die zukünftigen Heizkosten werden auf 14.830 € geschätzt. Die Einsparung im Vergleich zur bestehenden Anlage beträgt ca. 3.200 €/Jahr

 

Auf Grund dieser neuen Erkenntnisse empfiehlt die Verwaltung, die bestehenden Heizkessel noch so lange wie möglich in Betrieb zu lassen und erst wenn sie kaputt sind zu ersetzen. Dadurch kann auch auf einen möglichen Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses besser reagiert werden.

 

Auf Grund der geringen Einsparungen empfiehlt die Verwaltung, auch auf den Vollwärmeschutz weitgehend zu verzichten. Eine Dämmung an der Gebäuderückseite wird als sinnvoll gesehen, da hier große Wandflächen und nur wenig Fensterflächen vorhanden sind.

 


Beschluss:

Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde beschließt, den Austausch der Heizzentrale am Schulgebäude in der Schulstraße 6 (Mittelschule) im Zuge der Sanierungsarbeiten nicht umzusetzen und nur die Gebäuderückseite und Gebäudewestseite mit Vollwärmeschutz auszustatten.